Neue Bücher

Michael Seidman – Osvaldo Bayer – Bernd Kramer / Wolfgang Eckhardt – Michael Bakunin – Philippe Kellermann – Heinz-Jürgen Valeske / Stefan Blankertz – Augustin Souchy – Peter Kropotkin –  Christof Mackinger / Birgit Pack – Klaus Gietinger – Herausgeberkollektiv – Pierre- Joseph Proudhon – Golo – Hans Sobietzky – Autorenkollektiv – Johannes Zeilinger – Patrick Pécherot – Antonis Vradis / Dimitris Dalakoglou – Senft Gerhard

Michael Seidman: Gegen die Arbeit Über die Arbeiterkämpfe in Barcelona und Paris 1936–1938

Verlag Graswurzelrevolution,
Heidelberg 2011, 480 S., 24,80 Euro
ISBN 978-3-939045-17-5

Soll das Hamsterrad der täglichen Arbeit schon das ganze Leben sein? Und welcher eigenartigen Wachstumslogik dient dieser ständige Arbeitswahn und Arbeitsdruck? Einem sinnlosen Kreislauf der Kapital- und Geldvermehrung, dem alles Lebensglück geopfert wird! Ein Kreislauf, der sich seit der Krise 2007/2008 und mit der anhaltenden Instabilität der Finanzmärkte wieder ein mal gründlich blamiert hat. Auch die Organisationen der traditionellen Arbeiterbewegung waren einer „produktivistischen Utopie“ verpflichtet und sangen das Hohelied auf die Arbeit. In den letzten Jahren ist von Intellektuellen wie Moishe Postone oder Robert Kurz die „Kritik der Arbeit“ als theoretisches Postulat wiederentdeckt worden. Allerdings hatte schon Marx gezeigt, dass Kapital nichts anderes ist als die Herrschaft der toten Arbeit über die lebendige. Die ganze Gestalt und Organisation des Produktionsprozesses dient nur dazu, Arbeit aus denjenigen herauszupumpen, die sich keineswegs hocherfreut tagein tagaus an ihre Arbeitsplätze schleppen.

Jenseits der Ideologie und Politik von selbsternannten Arbeitervertretern wollten die Arbeiterinnen und Arbeiter in ihren alltäglichen Auseinandersetzungen vor allem eins: sich die Arbeit vom Hals schaffen. In seiner jetzt auf Deutsch erschienenen sozialgeschichtlichen Untersuchung „Gegen die Arbeit. Über die Arbeiterkämpfe in Barcelona und Paris 1936-38“ („Workers against Work“) spürt Michael Seidman diesen untergründigen und oft unsichtbaren Widerstandsformen nach und zeigt, wie sich nicht nur die Kapitalisten, sondern auch die heroischen Arbeiterorganisationen mit den gegen die Arbeit gerichteten Verhaltensweisen auseinandersetzen mussten. Er wirft damit einen völlig neuen Blick auf diese Zeit zugespitzter Kämpfe und berühmter Auseinandersetzungen. Seit seinem Erscheinen 1990 kursierte das Buch als eine Art Geheimtipp in der linksradikalen und anarchistischen Szene, fand aber keine breitere Resonanz. Gerade heute, mit der fortschreitenden Krise des Kapitalismus, sollte die „Kritik der Arbeit“ nicht mehr nur als theoretisches Postulat, sondern als lebendige Tendenz in den Klassenkämpfen wahrgenommen und verstanden werden, um Auswege aus dem Hamsterrad zu finden. Dazu leistet dieses Buch einen wichtigen Beitrag.

Michael Seidman ist Historiker an der University of North Carolina in Wilmington, USA. Er lebte Ende der siebziger Jahre in Paris und promovierte 1982 in Amsterdam über das Thema dieses Buches. Seine Forschungen hat er fortgeführt mit einer Sozialgeschichte des spanischen Bürgerkriegs „The Republic of Egos“ (2002) und einer Studie über den Pariser Mai 1968, „The Imaginary Revolution“ (2004). Damit korrigiert er eine Geschichtsschreibung, die sich immer noch zu sehr an Organisationen und Stellvertretern orientiert, und lässt wieder das Individuum zu Wort kommen, das doch laut Marx im Kommunismus endlich befreit werden sollte, aber auch in linken Darstellungen nur zu oft aus dem Blick gerät. Nachdem „Workers against Work“ bereits in japanischer und französischer Übersetzung vorliegt, wird es im Oktober endlich auch auf Deutsch erscheinen.
Gegen die Arbeit
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Michael Seidman: Ouvriers contre le travail Barcelone et Paris pendant les fronts populaires.

Editions Senonevero Traduit de l’anglais (États-Unis).  ISBN 978-2-9516460-7-0  Mai 2010  368 p.  15 €

Michael Seidman montre la continuité de la résistance au travail, en grande partie ignorée ou sous-estimée par les théoriciens et historiens du xxe siècle. Au moment des Fronts populaires, les ouvriers ont persévéré dans leurs pratiques antérieures qui donnaient déjà le caractère extérieur, utilitaire du sens de leur travail : des refus directs et indirects, par l’absentéisme, le coulage de cadence, le vol, la grève, etc.
Au moment où s’est posée la question du contrôle ouvrier – révolutionnaire ou réformiste – du procès de production, les luttes quotidiennes sur le lieu de travail, à Paris et Barcelone, étaient des faits
de résistance : « La résistance était aussi un phénomène conjoncturel et cyclique, mais les refus sont restés une part intrinsèque de la culture ouvrière et sont apparus à différentes périodes avec diverses divisions du travail. Pendant les Fronts populaires, les ouvriers se révoltaient contre un ensemble de disciplines, y compris celles imposées par les organisations ouvrières. Les salariés souhaitaient certainement contrôler leurs lieux de travail, mais généralement afin d’y travailler moins. On peut supposer que la façon d’éliminer la résistance n’est pas le contrôle ouvrier sur les moyens de production mais plutôt l’abolition du travail salarié lui-même. »
Il nous est alors possible de voir, dans ces affrontements entre ouvriers et organisations ouvrières, des collectivités barcelonaises aux usines aéronautiques parisiennes, la contradiction interne des mouvements de Front populaire, qu’ils aient été révolutionnaires ou réformistes. L’impossibilité d’un triomphe de la classe du travail, en tant que telle, se manifeste sous sa forme la plus empirique. C’est la faillite d’un programme ouvrier dans ses propres termes, alors sommé de se réaliser dans un moment critique.

Ouvriers contre le travail
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Osvaldo Bayer: Aufstand in Patagonien

423 Seiten, Fotos, kartoniert, Euro 28.-
ISBN 978-3-86569-910-7
erschienen 2010
Übersetzung aus dem argentinischen Spanisch von Boris Schöppner

Patagonien zu Beginn des 20. Jahrhunderts: Riesige Ländereien und unermesslicher Reichtum der Besitzer bei gleichzeitiger bitterer Armut der Landarbeiter bestimmen die Verhältnisse im Süden Argentiniens. Doch die Arbeiter sind nicht mehr bereit, die schlechten Arbeitsbedingungen und die unzureichende Bezahlung zu akzeptieren. Nach den ersten Arbeitskämpfen 1920 erreichen sie ein Abkommen mit den Landbesitzern, das diese jedoch nicht einhalten. Weitere Streiks und Besetzungen der großen Landgüter sollen den Forderungen im folgenden Jahr Nachdruck verleihen. Doch die politische Situation hat sich geändert. Das argentinische Militär geht gegen die Streikenden vor und tötet mehr als 1.500 Arbeiter – meist nachdem sie sich bereits ergeben haben. Im Januar 1923 wird der für die Massaker verantwortliche Offizier von dem deutschen Anarchisten Kurt Gustav Wilckens in Buenos Aires erschossen.
Jahrzehnte später rekonstruiert der Historiker und Publizist Osvaldo Bayer die Geschichte dieser Arbeitskämpfe und macht sie erstmals öffentlich. »Aufstand in Patagonien« ist weit mehr als eine historische Dokumentation. Das Buch erzählt uns anschaulich und mit vielen Beispielen die Geschichte der Streiks und die individuellen Schicksale vieler Beteiligten.
»La Patagonia Rebelde«, so der Originaltitel, ist auch heute noch von grundlegender Bedeutung und wird als eines der wichtigsten Bücher für die Geschichte Argentiniens im 20. Jahrhundert eingeschätzt.
Der Roman ist die Grundlage für den gleichnamigen Spielfilm, der 1974 mit dem Silbernen Bären der Filmfestspiele in Berlin ausgezeichnet wurde. Buch und Film waren während der Militärdiktatur (1976-1983) verboten.
Osvaldo Bayer: Aufstand in Patagonien
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Bernd Kramer / Wolfgang Eckhardt: Bakunin Almanach 1

Berlin 2007, 278 S.
ISBN 978-3879563203
Euro 24,80

Erstmals werden Texte von und über Michael Bakunin aus dem Französischen und Russischen in deutscher Übersetzung veröffentlicht, die bei Recherchen im Amsterdamer Institut für Sozialgeschichte, in deutschen und russischen Archiven gefunden wurden. Sie geben einen umfassenderen Einblick in das philosophische und politische Denken Bakunins, als es bisher möglich war.
Bakunins Kampf gegen autoritäre Strukturen, ob in der Politik oder im Denken, haben nichts an Aktualität eingebüßt.

Aus dem Inhalt:

„Ich brauche Deine Nähe … dadurch werde ich stärker“, Michail Bakunin und seine Frau Antonija Kwiatkowska
Vier unbekannte Bakunin-Briefe: Bakunin an Ivan Sergeevic Turgenev; Bakunin an Carl August Röckel; Bakunin an Feodor Streit; Bakunin an Augustus Paget.
Wenzel Karl Ernst:
Bakunin war mein Zellennachbar
Rudolf Franz:
Tschechische Bakunin-Forschung
Michael Cova:
In Erinnerung an Natal’ja Pirumowa
Antoni A. Kaminiski:
Bakunin und Adam Mickiewiczs
Heiner M. Becker:
Bakunin und die Büder Reclus

Eine Bakunin- Bildgalerie (Zeichnungen, Gemälden) beendet den Almanach. Bakunin und andere wurden 1849 wegen Vorbereitung zum bewaffneten Umsturz verhaftet und in der Festung der ungarischen Stadt Munkács inhaftiert. – Der Mitgefangene Wenzel Karl Ernst berichtete nach der Freilassung:
„Es wurden die Mittel besprochen, eine Revolution vorzubereiten; und Bakunin drang dabei auf die Beseitigung ultratschechischer Bestrebungen und auf die Vereinigung nur der europäischen Demokratie. Im Strome seiner Rede riß er seine Zuhörer mit sich fort. Längere Zeit wurde die Frage erörtert, ob der gegenwärtige Zeitpunkt zum Ausbruche einer Revolution geeignet oder ob es geraten sei, einen günstigeren zu erwarten. Im ganzen wurde der Vorschlag Bakunins angenommen, daß der Aufstand in Prag gleichzeitig mit der Erhebung des böhmischen Landvolkes und der Revolution in Sachsen losbrechen sollte. Dabei geißelte Bakunin mit heftigen Worten die Mattherzigkeit der Prager Genossen, daß sie sich nicht rücksichtslos genug für die Revolution einsetzen würden. – Bakunin sprach so unbefangen, gerade und entschieden, als ob es sich um eine ganz unschuldige Sache handelte. Ihm schien alles leicht zu erreichen. Geld würde sich finden, und Waffen – die müsse man nehmen, wo sie vorhanden seien. – Ein Genosse äußerte sich über Bakunin, er habe noch nie einen Menschen von solcher suggestiver Willenskraft getroffen. Wer in seinen Bann geriet habe sich seines magnetischen Einflusses kaum erwehren können.“

Bakunin an Antonia Bakunina geb. Kwiatkowska (19. 11. 1862)
„Du bist wirklich immer noch in Irkutsk? – Höre nicht auf die, die Dir einreden wollen, daß Du mich einengen und binden wirst. – Ich brauche Deine Nähe, Deine Bindung an mich. Dadurch werde ich freier, ruhiger und stärker. – Ich liebe Dich. Mein Gott, es ist doch schrecklich, wir sind schon anderthalb Jahre getrennt.“

Antonia Bakunina an Bakunin (24. 9. 1870)
„Lieber Michael. Ich habe soeben Deinen Brief aus Lyon erhalten. Ich fing an, mir ernsthaft Sorgen zu machen, hier kursiert das Gerücht, daß 30.000 Preußen bereits auf Lyon marschieren, und Ihr steckt im Ungestüm der Revolution, um Euch ernsthaft auf die Verteidigung einzurichten, denn man hat schon den Beweis erbracht, daß selbst außergewöhnlicher Mut gegen die Kriegskunst der Preußen machtlos ist. – Die Republikaner hatten keine Zeit gehabt, gute, disziplinierte Soldaten zu werden. – Ich habe Angst um Dich, Du bist viel zu heißblütig – bitte schreibe mir öfter.“

Ausgezeichnet von der
   Bibliothek der Freien   – anarchistische Bücherei im Haus der Demokratie, Berlin
als Buch des Jahres 2007. Weitere Informationen finden Sie unter:
   www.bibliothekderfreien.de/buch-des-jahres.html  
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Michael Bakunin: Konflikt mit Marx – Band 6: Konflikt mit Marx
Teil 2: Texte und Briefe ab 1871 Erster und Zweiter Halbband

Berlin 2011
Zwei Halbbände, 1240 S.
ISBN 978-3-87956-342-5
Euro 78,00

Der Konflikt zwischen Bakunin und Marx ist im Band 5 bis 1870 dokumentiert. Der Band 6 behandelt ab 1871 die folgenden Jahre, in denen der Konflikt seinen Höhepunkt und internationale Ausdehnung erreichte. Er enthält neben einer ausführlichen Einleitung des Herausgebers eine Vielzahl von erstmals übersetzten oder bisher unbekannten Materialien, unter anderem zu den internationalen Diskussionen über die Resolution der Londoner Konferenz und über die Revision der Statuten der Internationalen. Einen Schwerpunkt bildet die Dokumentation über den Haager Kongress der Internationale.

Michael Bakunin (1872) an Karl Marx: „Zwischen Eurer Politik und der unseren klafft in der Tat ein Abgrund. Ihr wollt mit aller Gewalt den Staat beibehalten, dieses erste und letzte Bollwerk aller Ausbeuter der arbeitenden Bevölkerung, dieses uralte Gefängnis oder Zuchthaus, über dessen Eingangstor die beiden trügerischen und verhängnisvollen Worte Vaterland und Religion stehen, in deren beider Namen die Entfaltung des Volkslebens stets unterdrückt und Millionen Besitzloser dazu verurteilt wurden, eine stumpfsinnige, geknechtete, elendige Existenz zu führen, um einigen privilegierten Minderheiten ein Höchstmaß an geistiger Kultur, Freiheit und Wohlstand zu gewähren. Als Politiker, als bourgeoise Radikale, die sich sozialistisch geben, als doktrinäre und autoritäre Kommunisten oder Staatssozialisten wollt Ihr dieses Gefängnis nicht zerstören; Ihr wollt es nur reformieren, es durch verfassungsmäßige Mittel und das, was ihr legale Betätigung nennt, verbessern; Ihr begnügt Euch damit, das Gefängnis zu erweitern, und bildet Euch ein, es in eine erträgliche und angenehme Behausung für jene Volksmassen zu verwandeln, die dort ebenso eingesperrt und gefangen wären, wie sie es heute in ihrem alten Gefängnis sind! Und Ihr glaubt allen Ernstes, das Volk würde Euch seinen starken Arm leihen, um gegen sich selbst dieses neue Gefängnis zu errichten! Nun, wir teilen weder Eure Hoffnungen noch Eure Wünsche, weder Eure Pläne noch Eure Illusionen! Wir meinen, dass die Volksmassen aller Länder Europas der ewigen Freiheitsberaubung überdrüssig sind, sie wollen keine bevormundenden und wohltätigen Kerkermeister mehr, noch irgendwelche Gefängnisse. Wir sehen sie überall nach Freiheit verlangen, nach Sonne und Luft zum Atmen; und mit ihnen und gegen Euch fordern wir lautstark nicht die Reform, sondern die Zerstörung aller Gefängnisse: die Abschaffung des Staates, aller Staaten.“
Inhaltsverzeichnis
Texte und Briefe ab 1871
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Philippe Kellermann Hg.: Begegnungen feindlicher Brüder: zum Verhältnis von Anarchismus und Marxismus in der Geschichte der sozialistischen Bewegung

ISBN: 978-3-89771-505-9
Ausstattung: br., 196 Seiten
Preis: 14.00 Euro

Die Gemeinsamkeiten und Differenzen zwischen AnarchistInnen und MarxistInnen.


Dieser Sammelband vereinigt Aufsätze, die, neben der Rekonstruktion der ‚klassischen’ Auseinandersetzung zwischen Anarchismus und Marxismus, die Gemeinsamkeiten und Differenzen zwischen AnarchistInnen und MarxistInnen in der weiteren Geschichte der sozialistischen Bewegungen zu rekonstruieren versuchen.

Die sozialistische Bewegung des 19. und 20.Jahrhunderts ist untrennbar mit den zwei großen ideengeschichtlichen Strömungen Anarchismus und Marxismus verbunden. Dabei wurde durch die ‚Erfolge’ der parteipolitisch organisierten Sozialdemokratie und seit 1917 dazukommend, der kommunistisch sich definierenden staatssozialistischen Projekte, die Rolle und Bedeutung des Anarchismus als Teil der sozialistischen Bewegung und Konkurrenzprojekt zu diesen (weitestgehend) hegemonialen Strömungen unterbelichtet oder verschwiegen.

Herausgeber und AutorInnen:
Philippe Kellermann, geb.1980, lebt in Berlin und veröffentlicht in „Grundrisse“ und „Graswurzelrevolution“. Er ist Initiator des Fanzine „Aus’m Bauch“ spielt bei der Punkband „Kackfeuer“.

Die Autor_innen: Wolfgang Eckhardt, Robert Foltin, Gerhard Hanloser, Jens Peter Kastner, Philippe Kellermann, Antje Schrupp, Karl Reitter, Heike Weinbach
Begegnungen feindlicher Brüder:
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Heinz-Jürgen Valeske / Stefan Blankertz: Anarchismus

Kriegserklärung an den Staat

Einführung in die anarchistische Kritik der herrschenden Zustände
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Augustin Souchy: Anarchistischer Sozialismus

ISBN: 978-3-89771-919-4
Ausstattung: br., 273 Seiten
Preis: 14.80 Euro

Herausgegeben, eingeleitet und zusammengestellt von Hans Jürgen Degen und Jochen Knoblauch
Klassiker der Sozialrevolte Bd. 21


Hans Jürgen Degen stellt Texte aus allen Politikphasen Souchys vor und gibt einen Überblick über das breite publizistische Schaffen Souchys von den 1920er Jahren bis zu seinem Tod. Artikel, die heute schwer zugänglich sind, sowie einige Erstübersetzungen und bisher unveröffentlichte Manuskripte bilden die Grundlage für dieses nach Souchys Arbeitsschwerpunkten gegliederte Buch.
Anarchistischer Sozialismus
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Augustin Souchy: Mexiko – Land der Revolutionen Mitteilungen 1942 bis 1976


Berlin: OPPO-Verlag,
2008.
112 Seiten,
Paperback. ISBN 978-3-926880-19-2
€ 16

Kurzbeschreibung

„Die Flora war paradiesisch, die Fauna kurzweilig, nur die roten Ameisen wurden mir lästig, doch ich ließ sie am Leben, schließlich waren sie hier zuhause, nicht ich.“
Augustin Souchy
Inhaltsverzeichnis
Land der Revolutionen
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Peter Kropotkin: Gegenseitige Hilfe in der Tier- und Menschenwelt

253 Seiten, kartoniert, Euro 16.-
ISBN 978-3-86569-905-7
Trotzem bei Alibri
erschienen 2011

Die Gegenseitige Hilfe in der Tier- und Menschenwelt ist nicht nur ein Klassiker der anarchistischen Literatur, sondern kann auch als früher Vorläufer soziobiologischen Denkens gelten. Geschrieben als Antwort auf zahlreiche Publikationen, die Darwins Evolutionstheorie zu einem menschenverachtenden Sozialdarwinismus verkürzen wollten, argumentiert Kropotkin, dass in Natur und Gesellschaft keineswegs nur ein Kampf aller gegen alle stattfindet, sondern dass ebenso ein Prinzip obwaltet, das er „gegenseitige Hilfe“ nennt. Er kommt zu dem Schluss, dass jene Lebewesen erfolgreicher überleben, die dieses Prinzip umsetzen. Kropotkin illustriert seine Thesen nicht nur auf gelehrte Weise anhand von Quellen aus Biologie, Geschichts- oder Kulturwissenschaft der damaligen Zeit, sondern fügt auch eigene Beobachtungen an, die er auf seinen zahlreichen Reisen gemacht hat.

Peter Kropotkin (1842-1921), gilt als einer der einflussreichsten Vertreter des kommunistischen Anarchismus. Dem russischen Hochadel entstammend, engagierte er sich doch bald für die Befreiung der Menschheit von Unterdrückung, Ausbeutung und Ungleichheit. Zahlreiche Reisen durch Asien und Europa erweiterten seinen Horizont. Er verfasste Artikel für The Times, Nature und die Encyclopaedia Britannica. Seine Beerdigung 1921 wurde von mehreren zehntausend Menschen besucht und war die letzte Massenveranstaltung oppositioneller Kräfte in der Sowjetunion bis 1990.

Aus dem Inhalt

Gegenseitige Hilfe, ein Naturgesetz und wesentlicher Faktor der fortschreitenden Entwicklung * Gegenseitiger Schutz bei kleinen Vögeln * Natürliche Hemmungen der Übervermehrung * Die großen Wanderungen * Afrikanische Stämme * Ähnlichkeit und Verschiedenheit unter den mittelalterlichen Städten * Die Markgenossenschaft: ihr Widerstand gegen die Abschaffung von Seiten des Staates * Gegenseitige Hilfe bei Streiks * Gegenseitige Hilfe in den Arbeitervierteln
Inhaltsverzeichnis
Probekapitel
Gegenseitige Hilfe
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Christof Mackinger / Birgit Pack: §278a Gemeint sind wir alle! Der Prozess gegen die Tierbefreiungs/Bewegung und seine Hintergründe

408 Seiten
Format 12 x 19
englische Broschur
16.90 € | 26.50 Chf
ISBN: 978385476-600-1

Exzessive Überwachung, monatelange U-Haft und offensichtlich konstruierte Vorwürfe: Wegen der „Mitgliedschaft in einer Kriminellen Organisation“ standen 13 Tierrechtsaktivist_innen in einem der größten und kontroversesten Prozesse Österreichs vor Gericht.
Im Buch zum Prozess berichten Betroffene von ihren Erfahrungen, unter anderem während der U-Haft. Mit Beispielen aus den Akten und Gerichtsprotokollen werden die Arbeit der „Soko Pelztier“ und der Prozess am Landesgericht Wiener Neustadt dargestellt. In einem zweiten Teil zeigen Journalist_innen sowie Wissenschafter_innen die Hintergründe und den politischen Kontext der Repression gegen Kritiker_innen einer tiervernutzenden Industrie auf. Internationale Entwicklungen wie der „Green Scare“ in den USA werden dabei ebenso beleuchtet, wie andere Fälle von Anwendungen von „Organisationsparagrafen“ gegen politische Aktivist_innen in Österreich. Ein abschließender dokumentarischer Teil beinhaltet unter anderem Prozesserklärungen von Beschuldigten oder Solidaritäts-Statements.
§278a Gemeint sind wir alle!
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Klaus Gietinger: Der Konterrevolutionär: Waldemar Pabst – eine deutsche Karriere

Originalveröffentlichung
Gebunden mit SU,
544 Seiten, 70 SW-Abbildungen
€ (D) 39,90
€ (A) 41,10

ISBN 978-3-89401-592-3
Erschienen Januar 2009

Inhalt

Waldemar Pabst, Offizier und Rüstungsfabrikant, geboren 1880, gestorben 1970, war über Jahrzehnte hinweg die Verkörperung der Gegenrevolution. Er bezeichnete sich selbst stolz als »Faschisten«, war aber stets bestrebt, im Hintergrund zu bleiben – und wurde nie dafür verurteilt, dass er »mit Billigung höheren Ortes«, so Pabst selbst, Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht ermorden ließ.
Klaus Gietinger hat zahlreiche bisher unveröffentlichte Dokumente über Pabst aufgespürt, u.a. in Moskauer Archiven, in Archiven der Staatssicherheit sowie in Pabsts Nachlass. Er belegt Pabsts umfangreiche Zusammenarbeit mit der Führungsriege der SPD, sein Bündnis mit dem sozialdemokratischen Oberbefehlshaber Noske und dessen Billigung des Mordes an Luxemburg und Liebknecht.
Gietinger weist außerdem nach, dass Pabst Staatsstreichpläne hegte und am Kapp-Putsch beteiligt war. Pabst hatte schon 1920 bis 1923 konspirative Kontakte zur bayerischen Rechten, zu Mussolini und zu den faschistischen Pfeilkreuzlern in Ungarn. Er wurde unter Hitler Wehrwirtschaftsführer und koordinierte die Rüstungsindustrie. 1943-55 lebte er in der Schweiz. Zurück in Deutschland setzte er seine Karriere als Rüstungslobbyist und Händler von Tretminen, Billigraketen und Napalmbomben fort. Waldemar Pabst ist eine Schlüsselfigur der deutschen Konterrevolution.

»Es gelang dem Autor nicht nur, die Lebensgeschichte Pabsts umfassend auszuloten, sondern auch die wichtigsten Netzwerke der Konterrevolution und des europäischen Faschismus zu rekonstruieren. Seiner unbefangenen Neugier und seinem unbändigen Erkenntnisinteresse haben wir ein Forschungsergebnis zu verdanken, das überholte Denkmodelle hinter sich lässt, mit Tabus bricht und neue Maßstäbe setzt.«
Karl Heinz Roth
Der Konterrevolutionär
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Herausgeberkollektiv: Rebellisches Barcelona

M. Aisa / P. Madrid / D. Marín u.a.
Mit einem Vorwort von Manuel Delgado
Aus dem Spanischen übersetzt von Horst Rosenberger
Deutsche Erstausgabe
Großformatige Broschur, 288 Seiten, mit 100 S/W-Fotos
€ (D) 19,90
ISBN 978-3-89401-554-1
Erschienen August 2007

Ein Stadtführer durch das Barcelona der Rebellen, Hausbesetzer, Immigranten, Streikenden und Revolutionäre. Barcelona hat eine reiche aufrührerische Geschichte, und es gibt noch viele Plätze und Monumente, Bars und Gebäude, die diese Geschichte bezeugen. Angeordnet wie ein herkömmlicher Stadtführer, kann der Besucher das Buch für eine besondere und aufregende Erkundungstour nutzen.
Dieses Buch bietet eine außergewöhnliche Stadtgeschichte der letzten 100 Jahre. Die Attraktivität und der Charme Barcelonas hängen mit dieser Geschichte zusammen. Gegen die Politik der Vertreibung und des schönen Scheins stellt sich eine Stadt in Bewegung vor, voller Lebensfreude, spontaner und entschiedener Kämpfe.
Wer die Hauptstadt Kataloniens hinter den Kulissen kennenlernen will, wer die sozialen Probleme verstehen will, die heute durch Migranten und Illegale, durch Spekulation und Ausgrenzung in dieser Metropole entstehen, der lese dieses Buch!
Rebellisches Barcelona
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Pierre-Joseph Proudhon: Theorie des Eigentums

Übersetzung aus dem Französischen Lutz Roemheld,
Einleitung: Gerhard Senft
212 S., Pb. | 19,90 EURO  |  ISBN 978-3-87998-458-9

In seiner „Theorie des Eigentums“ (1866) unterzieht Pierre-Joseph Proudhon das kapitalistische Eigentum einer wissenschaftlichen und politischen Grundsatzkritik. Deren Aktualität erweist sich besonders da, wo er es als Instrument wachsender wirtschaftlicher und politischer Macht und als Gegenstand immer schärferer innergesellschaftlicher Konflikte charakterisiert. Mit dieser Kritik verbindet Proudhon sein Konzept einer sozial orientierten Organisation des Eigentums in „einer auf dem Reziprozitätsprinzip basierenden Ökonomie“ (Gerhard Senft), das mit vorliegender Übersetzung zur Diskussion gestellt wird.
Pierre-Joseph Proudhon (1809-1865) geb. in Besançon; Drucker, Publizist, Herausgeber mehrerer Zeitungen; engagiert für die Revolution von 1848 und Mitglied der Nationalversammlung; Verfasser zahlreicher sozialreformerischer Bücher und politischer Artikel; Tod in Passy bei Paris.
Wichtige Werke in Verbindung mit der vorliegenden Übersetzung: „Was ist das Eigentum?“ (1840); „System der ökonomischen Widersprüche, oder: Philosophie des Elends“ (1846); „Theorie der Steuer“ (1861).
Theorie des Eigentums
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Golo: B. Traven Porträt eines berühmten Unbekannten

Eine der schillerndsten Figuren der deutschen Literaturgeschichte: Wenig ist über den Autor B. Traven bislang bekannt. Er führte zeit seines Lebens ein schattenhaftes Dasein, zurückgezogen von der Öffentlichkeit. Ret Marut, Otto Feige, Traven Torsvan, Hal Croves alias B. Traven. Fünf Namen für ein und dieselbe Person. Der Schriftsteller und sein bewegtes Leben erscheinen wie die Vorlage für eine seiner Romanfiguren.
Er war Schauspieler, Regisseur, Anarchist, Anhänger der Münchner Räterepublik, Zuchthäusler, Matrose und Schriftsteller im Exil, aber auch gefeierter Drehbuchautor in Diensten Hollywoods.
Einige seiner bekanntesten Werke z. B. „Das Totenschiff“, „Marsch auf Caoba“ erreichten Millionenauflagen und zeitgleich kannte niemand die Person hinter dem Pseudonym B. Traven. Durch ein umfangreiches System von Deckadressen und Postschließfächern entzog er sich der Öffentlichkeit. Nachdem er Deutschland verließ fand er in Mexiko eine neue Heimat und lebte mit der indigenen Bevölkerung deren Probleme er auch in seinen Büchern thematisierte.
John Huston verfilmte 1947 die Romanvorlage von Travens „Der Schatz der Sierra Madre“ mit Humprey Bogart in der Hauptrolle.
Aber wer war dieser B. Traven nun wirklich?
Der französische Comic-Autor Golo macht sich auf die spannende Spurensuche in seiner beeindruckenden Graphic Novel über diesen berühmten Unbekannten.
Eine Leseprobe als Download finden Sie auch auf der Seite Pressemitteilungen.
B. Traven Porträt eines berühmten Unbekannten
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Hans Sobietzky: Mein Leben als Sozialdemokrat
Edition Wahler,
ISBN 3-938145-00-5

Hans Sobietzky (1907-1986), geboren und aufgewachsen auf dem Elberfelder Ölberg, erlebte fast das gesamte 20. Jahrhundert: vom baldigen Ende der Kaiserzeit, über die Weimarer Republik und das Dritte Reich bis weit in die 80er Jahre der Bundesrepublik Deutschland. Er schildert seine Erlebnisse in dieser Zeit aus der Sicht eines überzeugten Sozialdemokraten. Nicht aus Recherchen, nicht mit Hilfe eines Ghostwriters, nicht „von einem da oben“ kommt sein Bericht, sondern „von einem da unten“. Er kommt aus der Erinnerung des „kleinen Mannes“, der aufschreibt, was er behalten hat. Dies ist das Besondere und das Seltene an diesem Bericht.
Heinz Engelhardt hat den Text eingeleitet, kommentiert und herausgegeben.
Prof. Dr. med. Heinz Engelhardt, geboren 1930 in Wuppertal, aufgewachsen in der Elberfelder Nordstadt. Facharzt für Chirurgie; Unfallchirurgie. 1970-1975 Mitglied des Landtags von NRW. 1986-1996 Direktor der Klinik für Allgemeinchirurgie Barmen im Städt. Klinikum Wuppertal. 1993-1996 Ärztlicher Direktor des Klinikums Wuppertal GmbH.
Mein Leben als Sozialdemokrat
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Autorenkollektiv Hg.: Friede, Freude, Deutscher Eintopf Rechte Mythen, NS-Verharmlosung und antifaschistischer Protest
420 Seiten
Format 12 x 19
englische Broschur
19.90 € | 30.50 Chf
ISBN: 978385476-601-8
Erscheinungstermin September 2011

Ulrichsberg: Widerständig gegen rechtes Gedenken: Die Beiträge zu Geschichtspolitik und Erinnerungskultur fokussieren auf die spezifische Situation in Kärnten/Koroska und das umstrittene Ulrichsbergtreffen, eines der größten Treffen von Veteranen der nationalsozialistischen Wehrmacht und (Waffen-)SS in Europa. Ausgehend davon werden unterschiedliche Facetten des österreichischen Umgangs mit der jüngeren Geschichte sichtbar gemacht.
Ab 2005 fanden jährlich Gegenveranstaltungen – unter anderem in Form von Zeitzeug_innengesprächen, Stadtspaziergängen und Demonstrationen – statt. Dass 2009 das Bundesheer seine Unterstützung des Ulrichsbergtreffens zurückzog und die geplante 50 Jahr-Feier daraufhin abgesagt wurde, ist als Erfolg dieser Protestaktivitäten zu werten.
Der Bogen der Beiträge reicht von einer Auseinandersetzung mit den Traditionsbezügen des Bundesheeres und deren Veränderung in den letzten Jahren, über die spezifisch kärntnerslowenische Geschichte von Widerstand und Verfolgung, bis zur kaum diskutierten Frage nach dem Andenken von NS-Täter_innen in der Wissenschaft. Ausgehend von den verdrängten Geschichten unterschiedlicher Opfergruppen werden verschiedene Aspekte der nationalsozialistischen Ideologie, Politik und Verfolgung an Hand des regionalen Kontexts deutlich gemacht. Die Thematisierung des Zusammenhangs von Desertion und Partisan_innenkampf bereichert die Debatte um die Opfer der NS-Militärjustiz um eine zusätzliche Facette. Mit kritischem Blick und auf Basis umfangreicher Recherchen leistet die Publikation einen wichtigen Beitrag zur Analyse österreichischer Geschichtspolitik.
Friede, Freude, Deutscher Eintopf
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Johannes Zeilinger: Ein Träumender Leichnam B. Traven im Dschungel der Psychopathie

80 Seiten mit zahlr. s/w Abbildungen
Broschur
13,00 €

»Ich kann mir nichts aus dem Bleistift herauskauen.« So beschrieb B. Traven 1929 die Authentizität seiner Romanfiguren. „Andre können das vielleicht, ich nicht. Ich muss die Menschen kennen, von denen ich spreche. Sie müssen meine Freunde oder Begleiter oder meine Widersacher oder meine Nachbarn oder meine Mitbürger gewesen sein, wenn ich sie schildern will.“ Dieses Postulat galt auch, als der Autor 1948 dem Filmagenten Paul Kohner einen Stoff vorlegte, in dem er die Geschichte einer seltsamen Persönlichkeitsveränderung schildert. Der Fall der Mexikanerin Mercedes Ortega Lozano, versicherte Traven, habe sich tatsächlich so ereignet wie beschrieben, lediglich der Name der betroffenen Person sei seine Erfindung. Johannes Zeilinger analysiert die medizinischen Störungen dieser Figur, die Eingang in die mexikanische Filmgeschichte gefunden hat, und verortet sie im Kontext von Travens Biografie.
Dieses Buch erscheint in der Filmliteraturreihe „Filit“, die von Rolf Aurich und Wolfgang Jacobsen herausgegeben wird.   Pressestimmen : Sein kleines feines Buch „Ein träumender Leichnam – B. Traven im Dschungel der Psychopathie“ ist eine gut lesbare Interpretation der unterschätzten Story, eine Chronik der Missverständnisse um ihre Verfilmbarkeit und nicht zuletzt eine Studie über die Parallelen zwischen Autor und Protagonistin. Johannes Zeilingers Essay fügt den inzwischen hinlänglich geklärten Fakten über den Schriftsteller und sein Spiel mit wechselnden Identitäten eine unterhaltsame Prise Psycho-Biografie hinzu.
Ein Träumender Leichnam
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Emilio Lussu: Theorie des Aufstandes
bahoe books

 

 

 

 

 

 

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Patrick Pécherot: Nebel am Montmartre Kriminalroman

Aus dem Französischen übersetzt von Katja Meintel
Original: Les brouillards de la Butte, Gallimard
Deutsche Erstausgabe
Broschur, 192 Seiten
€ (D) 14,90
€ (A) 15,40
ISBN 978-3-89401-720-0
Erschienen Februar 2010
Inhalt
Nestor ist ein anarchistischer Privatdetektiv von zartem Gemüt. Zusammen mit seinem Freund Lebœuf, einem massigen Lumpensammler und Jahrmarktringer, versucht er, im Paris der Zwanzigerjahre für etwas Gerechtigkeit zu sorgen. Nebel am Montmartre ist eine Hommage an Léo Malet. Folgerichtig treiben sich auch bei Pécherot skandalumwitterte Grafen, verführerische Dienstmädchen und gewissenlose Großindustrielle zwischen Trödelmärkten, Cabarets und Gewerkschaftsräumen herum. Es entspinnt sich eine verwickelte Geschichte, in der jeder jeden zu erpressen scheint und der Detektiv den Mörder mit einer Ausgabe der Révolution surréaliste entlarvt. André Breton höchst selbst nimmt gar an einer nächtlichen Schießerei auf dem Friedhof teil und dient dem jungen Detektiv bald als BriefkastenAdresse : »›Was für eine Geschichte!‹, seufzte Breton. ›Als Poet sind Sie zwar ein Stümper, alter Knabe, aber langweilig wird einem in Ihrer Gesellschaft nicht.‹«
Nebel am Montmartre
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Patrick Pécherot: Belleville – Barcelona Kriminalroman
Aus dem Französischen übersetzt von Cornelia Wend
Deutsche Erstausgabe
Broschur, 224 Seiten
€ (D) 14,90
€ (A) 15,40
ISBN 978-3-89401-735-4
Erschienen März 2011

Inhalt

Der scheinbar leichte Auftrag, eine Fabrikantentochter, die mit einem Arbeiter durchgebrannt ist, wieder zur Familie zurückzuführen, erweist sich als Pulverfass.

In Pécherots zweitem Band der Krimi-Trilogie aus dem Paris der Zwischenkriegszeit tritt wieder ein bemerkenswertes Personal auf: Neben Nestor Burma sind das ein Zauberkünstler, im Zivilstand Bestatter, ein glatzköpfiger, Rinderblut trinkender Schmuggler, eine Leiche ohne Kopf, die sich als Trotzkis ehemaliger Sekretär entpuppt und kein Geringerer als André Breton höchstpersönlich, der Waffen nach Spanien schmuggeln hilft.
In Frankreich sind die Tage der Volksfront gezählt. Das Land wird erschüttert durch Attentate der rechtsextremen Cagoule, deren versuchter Staatsstreich nur wenige Monate zuvor vereitelt wurde. Die Lage in Europa wird immer angespannter. Hitler hat Österreich annektiert. Die Völkergemeinschaft schweigt, als Mussolini in Äthiopien einmarschiert. Auf der anderen Seite der Pyrenäen tobt der Spanische Bürgerkrieg. Patrick Pécherot beherrscht die Kunst, Zeit und Figuren auferstehen zu lassen wie ein Panoptikum und sie in eine spannende Krimihandlung einzubetten.
Belleville – Barcelona
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Patrick Pécherot: Boulevard der Irren Kriminalroman
Aus dem Französischen von Katja Meintel
Deutsche Erstausgabe
Broschiert, 256 Seiten
€ (D) 14,90
€ (A) 15,40
ISBN 978-3-89401-744-6
Erschienen August 2011

Inhalt

Juni 1940 in Paris: Die Menschen der Hauptstadt flüchten vor der deutschen Besatzung, auch die Irrenhäuser werden evakuiert und ihre Insassen wandern im allgemeinen Exodus nach Süden, während eine üble Fauna von Räubern, Nazis und Kollaborateuren in Paris Einzug hält. Nestor hat den Auftrag, einen depressiven Psychiater zu überwachen, doch dieser begeht Selbstmord. Besteht eine Verbindung zwischen ihm und einem geheimnisvollen Unbekannten, der Nestor um Hilfe bittet? Wer sind die falschen Polizisten, die ihn nicht aus dem Auge lassen? Und wer oder was versteckt sich wirklich hinter den hohen Mauern der Psychiatrie?

Der dritte Band der Trilogie um Pipette alias Nestor Burma, anarchistischer Privatdetektiv in Hommage an Léo Malet, ist eine fulminante Schilderung des Paris unter deutscher Besatzung.
Boulevard der Irren
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Antonis Vradis / Dimitris Dalakoglou: Revolt and Crisis in Greece Between a Present Yet to Pass and a Future Still to Come
Paperback, 378 pages
Published April 1st 2011 by
AK Press/Occupied London
ISBN 0983059713 (ISBN13: 9780983059714)

ITEM OVERVIEW
How does a revolt come about and what does it leave behind? What impact does it have on those who participate in it and those who simply watch it? Is the Greek revolt of December 2008 confined to the shores of the Mediterranean, or are there lessons we can bring to bear on social action around the globe?

Revolt and Crisis in Greece: Between a Present Yet to Pass and a Future Still to Come is a collective attempt to grapple with these questions. A collaboration between anarchist publishing collectives Occupied London and AK Press, this timely new volume traces Greece’s long moment of transition from the revolt of 2008 to the economic crisis that followed. In its twenty chapters, authors from around the world—including those on the ground in Greece—analyse how December became possible, exploring its legacies and the position of the social antagonist movement in face of the economic crisis and the arrival of the International Monetary Fund.

In the essays collected here, over two dozen writers offer historical analysis of the factors that gave birth to December and the potentialities it has opened up in face of the capitalist crisis. Yet the book also highlights the dilemmas the antagonist movement has been faced with since: the book is an open question and a call to the global antagonist movement, and its allies around the world, to radically rethink and redefine our tactics in a rapidly changing landscape where crises and potentialities are engaged in a fierce battle with an uncertain outcome.

Contributors include Vaso Makrygianni, Haris Tsavdaroglou, Christos Filippidis, Christos Giovanopoulos, TPTG, Metropolitan Sirens, Yannis Kallianos, Hara Kouki, Kirilov, Some of Us, Soula M., Christos Lynteris, Yiannis Kaplanis, David Graeber, Christos Boukalas, Alex Trocchi, Antonis Vradis, Dimitris Dalakoglou and the Occupied London Collective. Art and design by Leandros, Klara Jaya Brekke and Tim Simons. Edited by Antonis Vradis and Dimitris Dalakoglou of Occupied London.

Occupied London is an anarchist collective writing on all things urban. Since 2007, the collective has worked together to publish an irregular journal, offering a platform for discussion within the global social antagonist movement, and featuring contributions by writers and collectives from around the globe, including Nasser Abourahme, Zygmunt Bauman, Franco Berardi, Klara Jaya Brekke, Manuel Castells, Mike Davis, Dimitris Dalakoglou, Christos Filippidis, David Graeber, Richard Pithouse, Marina Sitrin, Antonis Vradis, and many, many more. Since 2008, the collective has maintained a wildly popular blog, „From the Greek Streets,“ providing up-to-the-minute coverage of the urban revolt of December 2008 in Greece, and examining the impact and legacies of the revolt and the crisis that followed. (http://www.occupiedlondon.org | http://www.occupiedlondon.org/blog)
Revolt and Crisis in Greece
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Senft Gerhard: Oyte kapitalismos, oyte kommounismos – O Silbio Gezel kai to eleutheriako montelo tes eleytheres oikonomias

Ekdoseis Trope,
Athen 2008

 

 

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