Veranstaltung am 22.10.2010: Vier Jahrzehnte Graswurzelrevolution

Vier Jahrzehnte Graswurzelrevolution
Geschichte, Gegenwart und Perspektiven des gewaltfreien Anarchismus seit 1968

Vortrag und Diskussion mit Lou Marin
(HerausgeberInnenkollektiv Graswurzelrevolution)

Freitag, 22.10.2010, 19:00, Anarchistische Bibliothek Wien

Um die Zeitung Graswurzelrevolution sammelten sich zu Beginn der Siebzigerjahre weltweit und auch im deutschen Sprachraum Gruppen, die sich eine libertär-sozialistische gewaltfreie Revolution in der Nachfolge von Etienne de la Boetie, Pierre Ramus, Clara Wichmann oder Gustav Landauer zum Ziel setzten. In bestimmten Bereichen wie etwa der Anti-AKW-Bewegung oder des Antimilitarismus konnten diese Gruppen und das von ihnen beeinflusste Umfeld mit ihren Aktionskonzepten Massenbewegungen beeinflussen und örtlich radikalisieren. 1989 war weltweit sowohl Höhe- wie auch Wendepunkt des gewaltfrei-libertären Einflusses. In den letzten beiden Jahrzehnten wurde diese Strömung mit einem Backlash (u.a. Verhärtung des Männlichkeitsbildes, Brutalisierung des gesellschaftlichen Alltagsverhaltens) und reaktionären Tendenzen (Jugoslawien-Krieg, Rassismus, Neoliberalismus) konfrontiert, die zu einem Verlust des utopischen Umfeldes für ihre Verbreitung führten. Wie durch ein Wunder konnten in dieser schwierigen Situation kulturelle und publizistische Elemente erhalten und stabilisiert sowie in der neueren Anti-Globalisierungsbewegung verbreitet werden, um für die kommende globale Revolte zur Verfügung zu stehen. In vier Abschnitten sollen an diesem Abend unter folgenden Themenschwerpunkten Praxis und Theorie des neueren gewaltfreien Anarchismus dargestellt und untersucht, sowie Perspektiven angedeutet werden:

Die Siebzigerjahre: Ein weltweiter Aufbruch!

Die Achtzigerjahre: Organisation und Massenbewegung

Die Neunzigerjahre: Verlust des utopischen Umfelds

Das erste Jahrzehnt im 21. Jh.: Kulturelle Stabilisierung, Anti-Globalisierungsbewegung und Ausblick

Der Referent gehört zur zweiten Generation der GraswurzelrevolutionärInnen, ist Ende der Siebzigerjahre aktiv geworden und kann ab den Achtzigerjahren aus eigener Erfahrung berichten. Für die Darstellung der Siebzigerjahre wird auf das aktuelle Buch zurückgegriffen:

Johann Bauer: Ein weltweiter Aufbruch! Gespräch über den gewaltfreien Anarchismus der Siebzigerjahre. Mit Grundsatztexten u.a. zur Kritik der RAF und zur Göttinger „Mescalero“-Affäre, Verlag Graswurzelrevolution, Nettersheim 2009.

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