Filme: Die Utopie leben / Die lange Hoffnung

  Do 18.10.2018 Beginn 19:00 / 21:00  Volxküche 20:30

Zweimal Utopie und Hoffnung!

Beide Filme spiegeln die Situation der A-BIB wieder. Auf der einen Seite das nahende Ende des Mietvertrages, auf der anderen die Utopie und Hoffnung auf die Kampagne

„A-BIB BRAUCHT RAUM!“

Die Anarchistische Bibliothek vereint Vergangenheit und Zukunft, da der Blick zurück die Sicht auf das Morgen versperrt.

Das Gestern im Gedächtnis behalten, das Heute in die Hand nehmen!

Die Utopie leben

Die Utopie leben, alternativ Die Utopie leben! Der Anarchismus in Spanien (im Original Vivir la utopía: El anarquismo en España), ist eine im Jahr 1997 unter der Regie von Juan Gamero für den Sender TVE produzierte Dokumentation. Das Werk beschäftigt sich mit den anarchistischen und anarcho-syndikalistischen Bewegungen ab 1840 und während des Spanischen Bürgerkrieges 1936–1939. Dabei geht sie insbesondere auf den Bereich des Alltagslebens und die Kollektive Selbstverwaltung ein und versucht die radikalen Veränderungen aufzuzeigen, die sich in diesen Jahren ergaben.

Der Film besteht in erster Linie aus Interviews mit dreißig Anarchisten, die von ihren Erfahrungen in dieser Zeit berichten, wobei die einzelnen Interviews durch kurze Filmsequenzen, in der Regel Material aus der Zeit des Bürgerkrieges, voneinander getrennt werden.

Die Dokumentation nimmt hierbei eine weitestgehend pro-anarchistische Haltung ein und weist auf die ihrer Meinung nach konstruktive Rolle der Anarchisten bei der Organisation des Widerstandes gegen Franco und des Lebens nach dem Putsch allgemein hin.

Interviewt wurden: Miguel Alba, Ramon Álvarez, Frederico Arcos, Marcelino Bailo, Maria Batet, Severio Campos, Francisco Carrasquer, Miguel Celma, Valerio Chiné; José España, José Fortea, Juan Giménez, Antonio Lahuerta, Concha Liano, Fidel Miró, Aurora Molina, Heleno Molina, Conxa Pérez, Suceso Portales, Dolores Prat, Ximo Queirol, Maravilla Rodríguez, Juan Romero, Manuel Sanz, Liberto Sarrau, José Sauces, José Serra Estruch, Antonio Turón, José Urzáiz, Antonio Zapata.

Zusätzlich zu den Anarchisten kommen auch Miguel Primo de Rivera und sein Sohn José Antonio durch historische Aufnahmen zu Wort.

Die lange Hoffnung

Der Film beginnt, wo andere über die Geschichte des spanischen Bürgerkrieges enden: an der Grenze. Die Filmemacher begleiten sechs Wochen lang Clara Thalmann und Augustin Souchy in die Gegend Kataloniens, wo beide zwischen 1936 und 1939 aktiv an den Kämpfen gegen Franco und an der Kollektivierung der anarchistischen CNT, „der einzigen sozialen Revolution von unten“ teilgenommen haben. Bauern, Tagelöhner, Handwerker und Arbeiter kollektivierten Landbesitz und Produktionsmittel. Es war keine blutige Staatsaktion, sondern eine Revolution, ausgelöst von Anarchosyndikalisten und ihrer Gewerkschaft CNT, die 1936 mit einer Million Mitglieder die bedeutende gesellschaftliche Kraft darstellte. Clara und Augustin treffen sich zu dieser Reise zum ersten Mal seit 1937 wieder. Da-zwischen liegen für beide Gefängnis, Exil, Kampf und Niederlagen, Alter und Krankheit. Und doch verkörpern beide ein Stück Kontinuität, lebendige Geschichte der anarchistischen Bewegung, die nichts gemein hat mit der Kurzlebigkeit vieler politischer Bewegungen der 80er Jahre. So ist die Geschichte des Films in doppelter Sinne Geschichte: zwei alte KämpferInnen suchen die Stationen ihrer Vergangenheit, versuchen Wirklichkeit zu rekonstruieren und erleben Spanien, in dem diese Geschichte unterschlagen wird. In der offiziellen Geschichtsschreibung sowie bei den meisten Beteiligten wurde sie durch 40 Jahre Franco-Terror zum Schweigen gebracht. Eine Reise hat ihre eigene Dynamik: Zufällige Begegnungen entstehen, längst Verschüttetes wird hochgespült, und feste Einschätzungen werden mit einer anderen Realität konfrontiert. Die einen erzählen begeistert von damals, von der Kollektivierung, und ein paar Frauen erinnern sich nur an die Arbeit. Oder Augustin und Clara geraten ins Streiten, wie es nun war, und ob die Gewalt „nur“ Verteidigung der Revolution oder ob die Revolution eben doch gewaltvoll war. „Die lange Hoffnung“ ist auch ein Beitrag zur Rehabilitierung des verfemten Begriffs „Anarchismus“ (in Spanien schlimmer als der Kommunismus), dessen ehemalige AnhängerInnen und KämpferInnen – sofern sie überlebt haben – langsam alle wegsterben. Ihre Erfahrungen und Lebendigkeit sind hier festgehalten. Am 1. Januar 1984 starb Augustin Souchy mit 91 Jahren in München, zwei Jahre darauf starb Clara Thalmann in Nizza. Mit Clara Thalmann und Augustin Souchy in Spanien 1983, 92 Min Regie: Pepe Danquart Buch: Danquart/Schlömer/Stefan Krass Ton: Pepe Danquart Kamera: Michael Schlömer

 

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